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Mir ist wohl in dem Herrn

Portrait

Ohne Menschen, an denen wir uns orientieren können, ist persönliches Wachstum extrem schwer. Wenn es überhaupt möglich ist. Die Lebensgeschichten anderer helfen uns, die eigene in neuem Licht zu sehen. Sie helfen uns zu verstehen. Und zu vertrauen. Elena Eigenbrodt über Horatio Spafford und Theodor Kübler, zwei Männer, die durch das Schicksal und ein Lied auf ewig verbunden sind.

Geboren wurde er im Januar 1832 in Stuttgart. Über seine Kindheit und darüber, wie er aufgewachsen ist, ist wenig bekannt. Auf jeden Fall weiß man aber, dass er in Tübingen Theologie studierte. Nach dieser Studienzeit ging es für Theodor Kübler nach London, wo er sich einer Missionsgesellschaft zur Verfügung stellte, die ihn dann mit 23 Jahren nach Indien aussandte. Lange konnte er dort aber nicht bleiben: Aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung musste er recht bald zurück nach England. In den drei Jahren, die er in Indien verbrachte, fand er dort seine Frau und nahm sie mit zurück nach London. Dort blieb er dann – zuerst als Pastor, dann als Seelsorger.

Wenn das Leben zuschlägt

Seine Arbeit in London war geprägt von aufopferungsvollem sozialem Engagement. Er setzte sich unter anderem im deutschen Hospital ein und unterstützte die Seemannsmission. Vielleicht fand er es gerade auch wegen dieses sozialen Engagements reizvoll, das im Original englischsprachige Lied „When Peace like a river“ von Horatio G. Spafford ins Deutsche zu übersetzen. „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt“.

Der Autor Horatio Spafford hatte viele Tragödien durchlebt, bevor er es schrieb. Zuerst ein schweres Feuer in Chicago, bei dem viele Menschen ihre Heimat verloren. Auch Spafford selbst verlor nicht nur sein gesamtes Kapital, sondern auch seinen einzigen Sohn. Als er einige Jahre später mit seiner Frau und den vier Töchtern nach England reisen möchte, wird er aufgehalten und schickt die restliche Familie voraus. Die Tragödie passiert: Das Schiff verunglückt, alle vier Töchter kommen um, einzig seine Frau überlebt. Doch anstatt in Trauer und Anklage zu versinken, loben sie gemeinsam den Herrn und halten an ihm fest. Woher nur mögen sie diese Kraft genommen haben? Sie gehen nach Jerusalem, predigen das Evangelium und führen unzählige Menschen zu Christus. Dort ist es auch, wo Horatio seine heute weltweit gesungene Hymne schreibt. „When peace like a river … it is well with my soul“. 

„Doch anstatt in Trauer und Anklage zu versinken, loben sie gemeinsam den Herrn und halten an ihm fest. Woher nur mögen sie diese Kraft genommen haben?“

Stärker als das Schicksal

Das Lied spricht nicht nur von verschiedenen Situationen, wie den Stürmen des Lebens, die einen bedrohen, sondern thematisiert auch die Last der Sünde, die auf uns liegt. Trotzdem, meint Spafford, kann der Mensch sich ganz getragen wissen und seine Seele sich im Herrn wohlfühlen. Wie viel wertvoller ist diese Erkenntnis, wenn sie aus all den Tragödien gewachsen ist, durch die Horatio Spafford gehen musste. In allem, was er erlebt hat, weiß er sich trotz des Leids von Gott getragen. Eine Wahrheit, von der offenbar auch Theodor Kübler etwas ahnte. Durch die Übersetzungsarbeit an Spaffords Text rief er sich immer wieder in Erinnerung, dass Gott gut ist, und schöpfte Hoffnung aus der Tiefe des Zeugnisses, dass der Trost des Evangeliums mitten im Alltag einen Platz hat. Egal was kommt, Gott trägt und hält in jedem Sturm.

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