20. August 2025 | Detlef Eigenbrodt
Neues Leben Gründer Anton Schulte wäre jetzt Hundert
Der am 20. August 1925 geborene Anton Schulte verstarb 2010 im Alter von 85 Jahren. In diesem Jahr wäre der Gründer des Missions- und Bildungswerkes Neues Leben mit Sitz im Rheinland-Pfälzischen Wölmersen Hundert geworden.
Wir blicken nicht nur zurück auf das Leben eines Mannes, sondern vor allem auf die Wunder Gottes, die er durch ihn gewirkt hat. Anton Schulte hat sich immer als Werkzeug verstanden. Kaum einer hat bis weit in die 1980er Jahre vor mehr Menschen im deutschsprachigen Raum über Gott gesprochen als er. Und die Bewegung geht weiter!
Namen hatte man ihm viele gegeben: Visionär. Mann der ersten Stunde. Urgestein der Evangelisation. Kleiner Dicker. Deutschlands Billy Graham. Gottes Sonnenschein. Die Liste ist lang. Wenn man ihn aber fragte, was die wichtigste Eigenschaft ist, die ein Evangelist besitzen muss, kam die Antwort schnell: „Liebe zu Gott und Liebe zu den Menschen“. Dann fügte er hinzu: „Und Humor. Zumindest hilft es sehr, wenn man ihn hat.“
Dass er nicht nur Humor besaß, sondern auch Gehorsam und Geduld, zeigt ein Blick in seine Biografie. Als Anton Schulte am 20. August 1925 geboren wurde, erholte sich die Welt gerade noch vom ersten Weltkrieg - und steuerte ahnungslos auf den zweiten zu. Als er dann, an einem verregneten Mittwochabend im November 1948 in Kriegsgefangenschaft auf einer schottischen Farm das Reden Gottes vernahm, änderte sich alles für ihn. Mit einem Mal. Eigentlich wollte er nämlich weg aus Europa, weg von Krieg und Armut, und das so schnell wie möglich. Neuseeland lockte. „Herr, ich möchte für dich da sein und dahin gehen, wohin du mich sendest“, hatte er gebetet, und nicht damit gerechnet, dass Gottes Antwort so prompt kam. Allerdings anders als erhofft: „Nach meinem Gebet begann ich, für meine Angehörigen zu beten. Und mit einem Mal auch für die anderen Menschen meiner Heimat und alle, die die deutsche Sprache sprechen. Da war mir klar, dass ich zurück nach Deutschland gehen soll, um den Menschen dort von Jesus zu sagen.“
Das war und blieb seine große Leidenschaft: Menschen mit dem Wort Gottes zu erreichen. Dabei war er kreativ und wollte immer alle Möglichkeiten ausschöpfen, die es gab. Als noch keiner in christlichen Kreisen über verkündigende Radiosendungen nachdachte, erkannte Anton die Chancen. Er betete, dass Gott ihm Wege dafür zeigen würde und suchte Kontakt zu Sendern. Nicht zum letzten Mal lachten viele über ihn, den Visionär. Sie verstummten, als am 4. Dezember 1953 um 23:10 Uhr die erste Rundfunksendung über Radio Monte Carlo ausgestrahlt wurde. Es folgten hier und über andere Sender tausende weitere. Außerdem bot er als erster Telefonandachten an. Als das Fernsehen in Deutschland immer populärer wurde, erkannte Schulte sofort, dass auch über dieses Medium die Gute Botschaft von Jesus ihren Weg zu den Menschen finden würde.
„Oft hörte ich meinen Großvater sagen“, erinnert sich René Schulte, einer der Vorstände bei Neues Leben, „ob am Tisch oder auf der Bühne: Die Form muss sich ändern – der Inhalt aber muss bleiben.“ Für Anton Schulte waren das Evangelium in seiner ganz Kraft und Schönheit und die Autorität der Bibel die entscheidende Grundlage all seines Tuns. Und das ist bei Neues Leben auch heute noch so. Dort bricht man, mehr als 70 Jahre nach der Gründung, immer wieder neu auf – auf kreative, digitale, interaktive und manchmal auch überraschende Art. In einer Sprache, die Menschen verstehen. Mit einem Stil, der im Heute verständlich ist. Und immer mit dem Ziel, dass Menschen Jesus begegnen.
„Wer Jesus begegnet, dessen Leben verändert sich grundlegend“, erklärt René Schulte. „Deshalb gestalten wir Räume, in denen solche Begegnungen möglich sind. Orte, an denen Fragen erlaubt sind. Formate, die Glauben greifbar machen. Jesus kennenlernen, Glauben vertiefen, Evangelium weitergeben. Wir setzen uns dafür ein, dass das geschieht, ganz praktisch: In Seminaren, Freizeiten, digitalen Kursangeboten, Medienproduktionen in Print und Fernsehen, Schulungen oder theologischer Ausbildung. Menschen machen sich auf – persönlich, geistlich, manchmal auch geografisch. Und wir dürfen sie begleiten. Auf ihrem Weg mit Jesus. Manchmal ganz am Anfang. Manchmal als Impuls zur Vertiefung. Ja, das hätte Opa gut gefallen!“
Bei Neues Leben steht auch heute noch die Gnade Gottes im Zentrum und die Kraft der Auferstehung Jesu. Er ist das Fundament, der Mittelpunkt und das Ziel. Er ist der, der Menschen ganzheitlich erneuert und einlädt, mit einer Liebe unterwegs zu sein, die sich verschenkt, mit einer Wahrheit, die den Alltag durchdringt, und mit einer Hoffnung, die trägt. „Unser Herz schlägt dafür“, so René Schulte, „Menschen mit den Augen Gottes zu sehen und sie zu ermutigen, ihren Platz in Gottes Geschichte zu entdecken und zu entfalten. Ob in theologischer Ausbildung, in Freizeiten, durch Medien oder in der Evangelisation, wir verkündigen die Botschaft des Evangeliums mutig, lebensnah, kreativ und gleichzeitig demütig, transparent und herausfordernd.“
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