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05. März 2020 | Doris Schulte

Lahmgelegt und ausgebremst

Was tun, wenn die Angst zuschlägt?

Der Herr ist mein Licht und mein Heil - vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr beschützt mich vor Gefahr - vor wem sollte ich erschrecken? Psalm 27,1

Wie üblich, wenn ich am nächsten Morgen einen Vortrag zu halten habe, ging ich abends früh ins Bett. Aber, anstatt dass ich vom Wecker geweckt wurde, riss mich ein ungewöhn-liches Klappern unserer Fensterlädchen aus dem Schlaf. Ein heftiger Sturm war die Ursache, und der hatte nicht nur diesen aufschreckenden Lärm verursacht, sondern auch einen Stromausfall ausgelöst. Und nun sollte ich mich bald zu einer Fahrt über die Sauerlandlinie aufmachen, wo es viele Talbrücken gibt. Da hatte ich plötzlich einen Begleiter im Bett: Die Angst. Sie schlich sich durch den Sturm in mein Schlafzimmer hinein und zischte mir Zweifel und Fragen ins Ohr: „Was wäre, wenn …was könnte dir unterwegs alles passieren…?“ „Gott, wie kannst du diesen Sturm jetzt zulassen?“ Da gingen plötzlich alle Lichter wieder an und ich konnte mich reisefertig machen.

Nur ein heftiger Windstoß oder ein Stromausfall reichen manchmal, um unsere ganze Gesinnung auf den Kopf zu stellen und uns an Gottes Güte zweifeln zu lassen. Angst, wer kennt sie nicht? Die Angst zu versagen. Angst vor einem ansteckenden Virus. Angst vor Ablehnung. Vor Arbeitslosigkeit. Vor Höhen oder Tiefen. Die Angst vor uns selbst. Die Angst vor Krieg, Dunkelheit oder Einsamkeit, oder die Todesangst. Hinter jeder Ecke lauert die Angst und droht, unseren inneren Frieden und unsere äußerliche Gelassenheit zu vergiften. Sie wartet nur darauf, uns in unseren verwundbaren Augenblicken zu erwischen und nagt mit Vorliebe an unserem Vertrauen auf einen liebenden Gott, der alles im Griff hat. 

Psalm 27 liefert dir ein sehr effektives Gegengift, ein Rezept, das dir wohltuende innere Stärke garantiert. Der Psalmist begegnet seiner Angst mit zwei Fragen: „Vor wem sollte ich mich fürchten? Vor wem sollte mir grauen?“ Er schlägt der Angst die Tür vor der Nase zu und behauptet voller Überzeugung: „Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn“ (V. 3). „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; Der HERR ist meines Lebens Kraft“ (V.1)! Und anschließend geht er sehr entspannt seinem Alltag nach. Dabei vergisst er nicht, jeden Tag die Gegenmittel zur Bekämpfung seiner Angst einzunehmen:  Erstens das Gebet (V.4). Zweitens den Blick auf Gott (V.4). Drittens Gottes Wort (V. 4). Viertens Gottes Schutz (V.5). Fünftens Anbetung (V.6). Sechstens Gelassenheit (V.13) und siebtens Entschlossenheit (V.14). Weil diese Gegenmittel bei ihm so erfolgreich sind, empfiehlt er sie jedem: „Sei stark und fasse Mut, vertrau auf den Herrn“ (V.14).

Mut ist das effektive Gegenmittel und bedeutet Furchtlosigkeit, Kühnheit, Verwegenheit, Unerschrockenheit und Mumm. Mut ist die Angst, die gebetet hat. Mut wird inspiriert durch schlechte Nachrichten, durch Menschenfurcht oder Naturkatastrophen. Er wird herausge¬fordert durch Kritik und angeregt durch Bedrohliches. Mut ist einfach ein anderes Wort für innere Stärke, für Trotz gegen widrige Umstände und Selbstmitleid, für Risikofreudigkeit, Durchhaltevermögen und Widerstandskraft, wenn der Druck steigt und die Probleme zunehmen. Mut hat eine bleibende Kraft. Mut ist auch der Antrieb, der dich überzeugt, an einer Beziehung weiterzuarbeiten, statt sie aufzugeben. Mut hilft dir, treu zu bleiben, auch wenn niemand zuschaut. Mut hilft dir, Schmerzen zu ertragen, auch wenn keiner bei dir ist. Mut packt das Leben an und trägt dich. Es ist unmöglich, ohne Mut siegreich für Gott zu leben. 

Tipp: Schreibe dir auf, in welchen Situationen du schnell verunsichert bist und setze die sieben Schritte aus Psalm 27 gegen diese herausfordernden Situationen ein.

  • Montag:

Bibeltext: 1. Samuel 17

Gedanke: Wenn du mit Gott lebst und Jesus nachfolgst, brauchst du  keine Angst vor dir selbst oder vor Menschen zu haben, auch keine Angst vor dem, was Gott noch mit dir  vorhat.  

  • Dienstag:

Bibeltext: Daniel 3, 1-30

Gedanke: Gott ehrende Überzeugungen bringen von Gott gegebene Belohnungen mit sich, egal wie bedrohlich  deine Herausforderungen auch sein mögen. 

  • Mittwoch:

Bibeltext: 1. Könige 18, 16-40

Gedanke: Gott selbst ist für dich, wer will sich dann gegen dich stellen? (Röm. 8, 31)

  • Donnerstag:

Bibeltext: 2. Mose 11, 1-10

Nichts und niemand in der ganzen Welt kann es mit Gott aufnehmen und seine Pläne für dein Leben durchkreuzen.

  • Freitag:

Bibeltext: Josua 1, 1-9

Mit Gott an deiner Seite kannst du über Mauern springen. 

  • Samstag: 

Bibeltext: Hiob 2, 1-10 

Unerschütterliches Gottvertrauen hilft dir, schreckliche Katastrophen, Schmerzen, Leid und dem Missverstanden werden durch Freunde mutig zu begegnen und macht  dich bereit, Gottes Souveränität anzuerkennen.