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Es geht nicht um mich!

Kolumne

Sie ist viel unterwegs und spricht, schreibt und predigt. Darüber hinaus hört sie aber auch zu, schaut hin, gräbt tief, will hören und verstehen, was andere zu sagen haben. Ganz vornan stehen dabei für sie das Reden Gottes und die Frage: Was heißt das für mich? Doris Schulte meint: „Wir sind nicht der Nabel der Welt.“

„Liebe Frau Schulte, wir würden Sie gerne als Referentin für unsere nächste Frauenfreizeit einladen. Sie können über alles Mögliche sprechen, nur nicht über das Thema ‚Du bist wertvoll … Du bist geliebt … Du bist gefragt!‘ Diese guten Wahrheiten Gottes, die uns helfen, uns selbst anzunehmen und unsere eigene gottgegebene Schönheit anzuerkennen, müssten den Teilnehmerinnen inzwischen sehr vertraut sein. Es ist an der Zeit, dass wir über diese Erkenntnisse hinauswachsen.“

Das müsste man doch wissen

Stimmt, dachte ich beim Lesen dieser Einladung: Ein Mensch, der schon länger Christ ist und Jesus liebt, müsste doch wissen, wer er ist und was seinen Wert ausmacht. Er müsste in der Lage sein, sich selbst zu lieben und Gottes Pläne mit sich als vollkommen zu betrachten. Immerhin wirken die Worte der Bibel wie Gottes eigene Worte in unseren Ohren. Nichts klingt so lebendig und hoffnungsvoll wie sie. Keine anderen Worte graben sich so tief in unser Gedächtnis ein. Sie hallen nach, klingen und wirken weiter in unserem Leben. Sie bleiben durch das Wirken des Heiligen Geistes lebendig, packend, verändernd und heilend. Sie geben Antwort auf die Fragen „Wer bin ich?“ oder „Was kann Gott für mich tun?“ Sie verleihen uns wahre Identität und verändern unser Selbstverständnis.

Das Anliegen und die Bitte des Veranstalters konnte ich gut nachvollziehen: Wenn wir ständig um das Thema Selbstzweifel kreisen, stehen wir in der Gefahr, zu glauben, dass die Bibel ein Buch sei, in dem es um uns geht. Wir entwickeln ein ichzentriertes Gottesbild. In diese Falle war Mose getappt. Als Gott ihn beauftragte, mit dem Pharao Kontakt aufzunehmen, um Gottes Volk in die Freiheit zu führen, war er fixiert auf sich selbst und fragte: „Ich …? Wer bin ich …? Wie kann ich …?“ Mit diesen selbstbezogenen Fragen rückte er sich selbst in den Mittelpunkt des Geschehens. Aber nicht für lange, denn Gott korrigierte seinen Blickwinkel, indem er sich selbst wieder in den Mittelpunkt rückte. Das tat er mit der entscheidenden Aussage: „Ich werde dir beistehen … und du wirst mich dafür noch anbeten!“ (2. Mose 3,12)

„Keine anderen Worte graben sich so tief in unser Gedächtnis ein. Sie hallen nach, klingen und wirken weiter in unserem Leben.“

Manchmal ist die Frage falsch

Ja, wir sind Gott wichtig, und sein Plan für uns ist perfekt. Doch wenn wir mit Gott und seinem Wort so umgehen, dass sich alles um uns dreht, führt dies dazu, dass unser Glaube klein und kraftlos wird. Wenn wir verunsichert sind, reagiert Gott nicht mit mutmachenden Worten zur Selbsthilfe. Er hat Mose nicht auf seine Stärken, Gaben und Charismen hingewiesen, sondern das Thema gewechselt und von seinen eigenen Stärken, seinen Führungsqualitäten, ja von sich selbst gesprochen. Gottes Pläne für uns und mit uns sind nicht von uns abhängig. Es geht nicht um uns. Nicht wir sind die Helden, sondern Gott. Nur Gott konnte die Israeliten aus Ägypten befreien.

Das heißt nicht, dass unsere Selbstzweifel Gott egal sind, aber der Unterschied zwischen einem ichzentrierten Gottesbild und einem, das den wahren, kraftvollen Gott vor Augen hat, ist, worauf wir unseren Blick richten. Gott antwortet auf unsere Fragen „Wer bin ich?“, „Was habe ich zu sagen und zu geben?“ mit hoffnungsvollen Fakten über sich selbst. Er befreit uns von den Ursachen unserer Hemmungen, indem er unsere Blickrichtung von unserem „Ich bin nicht … Ich kann nicht …“ auf sich lenkt – hin auf den kraftvollen Gott, der alles kann. Wenn dieser lebendige Gott in unser Leben hineinspricht und wir uns danach ausrichten, dann wird unsere Seele gesund, und es verleiht uns unbändige Kraft, Großes für Gott zu tun. 

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