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Plötzlich auf den Kopf gestellt

Kolumne

Wie sich ein Mensch fühlt, der sich kurz vor einer Reise den Fuß bricht? Doris Schulte hat es erlebt und musste sogar schmunzeln. Nicht etwa, weil ihr der Schmerz so gut gefiel, sondern weil sie in der Verletzung Gottes Antwort auf eine lange gestellte Frage fand. Manchmal geht er merkwürdige Wege und stellt einiges auf den Kopf, um ans Ziel zu kommen.

Voller Tatendrang arbeitete ich vor dem Wochenende viele unerledigte Posten auf meiner To-do-Liste ab und schrieb noch die letzte Bibelarbeit für eine bevorstehende Reise fertig – eine Donau-Kreuzfahrt mit „hand in hand tours“. In zehn Tagen sollte es losgehen. Danach war ich das Sitzen leid und machte mich auf den Weg, um ein Geburtstagsgeschenk zu besorgen. Als ich aus meinem Auto ausstieg, übersah ich „leider“ eine Bordsteinkante, stolperte unglücklich, und schon war’s passiert: Mein linker Mittelfuß war gebrochen. Oh nein! Sowas kann doch für nichts gut sein – oder etwa doch? 

Jetzt war es völlig klar

Eigentlich ist solch eine Situation ja zum Heulen. Dennoch stieg ich wieder ins Auto und fuhr schmunzelnd nach Hause. Und staunte dabei nicht nur über Gott, sondern auch über meine positiven Gefühle in dieser doofen Situation. Aber eins nach dem anderen. Mein Mann war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder ganz der Alte nach einer üblen Gesichtsgürtelrose, mit der er schon seit vier Monaten auf Kriegsfuß stand. Für uns war deswegen nicht klar, ob er tatsächlich fit genug wäre, um eine 10-tägige Freizeit mit Publikumskontakten von morgens bis abends zu verkraften und rund 135 Leuten mit Andachten und Gemeinschaft zur Verfügung zu stehen. Wir hatten Gott täglich um seine Führung gebeten, denn wir mussten dem Veranstalter noch an diesem Wochenende Bescheid geben, damit er einen Ersatzreferenten suchen und finden könnte, falls wir absagten. Und nun hatte Gott unsere Gebete erhört und uns auf eine sehr ungewöhnliche Weise wissen lassen, dass diese Reise für uns noch nicht dran war. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sagten wir sie also ab.

„Und nun hatte Gott unsere Gebete erhört und uns auf eine sehr ungewöhnliche Weise wissen lassen, dass diese Reise für uns noch nicht dran war.“

Im Verborgenen vorbereitet

Ich konnte mich in dieser Situation tatsächlich freuen, weil ich nicht nur Gottes Eingreifen, sondern auch seine Führung in den Tagen zuvor erlebt hatte. Als wir am Ringen waren, ob wir diese Reise absagen sollten oder nicht, las ich eines Morgens in Matthäus 13,31–35 über das kleine Senfkorn, das in die dunkle Erde gepflanzt wird, dann langsam keimt und sich fest verwurzelt – ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Die Entwicklung geschieht im Verborgenen, bis die Pflanze den Erdboden durchbricht, sich entfaltet, gedeiht und Früchte trägt, die sogar für die Vögel nützlich sind. Das zeigt: Gott lässt aus Kleinem und Unscheinbarem etwas Sinnvolles, Nützliches entstehen. Mir war sofort klar, dass Gott im Verborgenen etwas plante. Dass er dabei war, etwas zu entwickeln, von dem ich noch nichts wusste, aber erwarten sollte, dass es sich zur rechten Zeit entpuppen würde. Damit wir rechtzeitig die richtige Entscheidung treffen könnten. An dieser Verheißung hatte ich mich festgehalten und war deswegen voller Glücksgefühle, als ich mir meinen Fuß brach, auch wenn das merkwürdig klingt, wie ich gern zugebe.

Als ich nach Hause kam, sagte ich zu meinem Mann: „Jesus ist gezielt für dich am Kreuz gestorben, damit du die Ewigkeit mit Gott im Himmel verbringen kannst, und ich ‚musste‘ mir meinen Mittelfuß brechen, damit du noch Zeit zum Gesundwerden hast.“ Einmal mehr erlebten wir, dass Gott alle Gebete erhört und uns trotz negativer Erfahrungen wahre Glücksgefühle schenken kann.

So lebt sich’s gut. 

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