Warum ich Jesus folge

Persönlich

Es gäbe sicher viele Antworten auf die Frage, warum man etwas tut – argumentativ, emotional, intuitiv. Nicht alle solcher Antworten aber kommen an die reflektierte und vielschichtige Tiefe heran, mit der Fülke Wagner erklärt, warum sie Jesus folgt. Und das tut sie ganz offenbar sehr gerne, weil sie es will, und mit viel Herz und Verstand.

Obwohl ich christlich erzogen wurde, ist die Entscheidung, Jesus nachzufolgen, für mich keine, die auf Zwang oder Tradition beruht. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich will, folge ich Jesus nach. Denn in ihm habe ich etwas gefunden, das ich sonst nirgendwo gefunden habe: eine bedingungslose Liebe, eine unerschütterliche Konstante und eine tiefe Orientierung für mein Leben.

Jesus liebt mich – nicht wegen meiner Leistung, nicht wegen meiner Erfolge oder weil ich alles richtig mache. Er liebt mich einfach, weil ich bin. Mit all meinen Stärken und Schwächen, meinen Zweifeln und meinen Fehlern. Das ist etwas, das ich lange nicht verstanden habe. Ich dachte früher, ich müsste erst „gut genug“ sein, um von Gott wirklich geliebt zu werden. Doch Jesus zeigt mir immer wieder: Ich muss nichts beweisen. Seine Liebe ist bedingungslos. Mit offenen Armen hält er immer wieder Ausschau nach mir, bereit, mir zu vergeben, wo ich mich vielleicht selbst am liebsten verdammen würde. Diese Liebe gibt mir eine Freiheit, die ich nirgendwo sonst erfahre. Ich muss mich nicht verstellen, nicht perfekt sein. Jesus liebt mich – immer.
 


Er kennt mich gut

Ich habe meist unglaublich viel Verständnis für die Menschen um mich herum. Ich kann ihr Handeln und Fühlen oftmals schnell nachvollziehen, während es bei mir selbst manchmal wirklich klemmt. Dann bin ich so ratlos und weiß selbst nicht, wie es mir geht oder was ich gerade brauche – kann mich selbst nur schwer spüren. Aber Jesus kennt mich durch und durch. Er weiß, was mich beschäftigt, bevor ich es überhaupt in Worte fassen kann. Er kennt meine Sehnsüchte, meine Träume, meine Wunden. Und das Kostbare ist: Er sieht nicht nur das, was ich jetzt bin, sondern auch das, was ich werden kann. Während ich oft tief an meinen Grenzen verzweifle, sieht er schon den nächsten Schritt. Während ich mir selbst manchmal nicht vertraue, spricht er mir Mut und Hoffnung zu. Und weil er mich besser kennt als ich mich selbst, kann ich mich ihm anvertrauen. Mit ihm neue Hoffnung für morgen schöpfen. Ich weiß, dass er meine Zukunft kennt und gute Pläne und Gedanken für mich in petto hat. Und ich will sie mit ihm gemeinsam ergründen.

 

Er schenkt mir Würde

In einer Welt, in der Menschen oft nach Leistung, Aussehen, Status oder Followern beurteilt werden, ist es befreiend zu wissen: Meine Würde hängt nicht davon ab, was ich leiste oder wie andere mich sehen. Jesus begegnet mir nicht von oben herab. Er schaut mich an mit einer Liebe, die mich aufrichtet, die mich wertschätzt – einfach, weil ich sein Kind bin. Auch wenn ich völlig ausgebrannt und voller Selbstmitleid auf dem Sofa vergammele – er liebt mich. Jesus hat immer die Übersehenen, die Ausgestoßenen, die Schwachen gesehen. Er hat Menschen Würde gegeben, die von der Gesellschaft abgelehnt wurden. Und ich weiß: Auch mich sieht er so. Das verändert auch meinen Blick auf andere. Wenn Jesus jedem Menschen mit Würde begegnet, dann möchte ich das auch tun. Über meine eigenen Grenzen hinweg. Ich möchte einladend und Brücken bauend leben.
 

„Er sieht nicht nur das, was  ich jetzt bin, sondern auch das,  was ich werden kann. Während  ich oft tief an meinen Grenzen  verzweifle, sieht er schon den nächsten Schritt.“

Er ist meine Konstante

Das Leben ist voller Veränderungen, das kann ich manchmal nur schwer aushalten. Menschen kommen und gehen, Umstände verändern sich, manchmal in nur einem Augenblick. Dinge, die gestern noch sicher schienen, können morgen schon zerbrochen sein. Immer wieder muss ich mich meiner Angst vor Kontrollverlust stellen und auf Jesus schauen. In allem ist Jesus die einzige Konstante. Seine Liebe, seine Wahrheit, seine Treue – sie verändern sich nicht. Während die Welt sich ständig wandelt, bleibt er derselbe. Das gibt mir Halt, besonders in Zeiten, in denen alles ins Wanken gerät. Vor fast zehn Jahren drohte meine Ehe zu zerbrechen. Ich war zutiefst verletzt und verzweifelt. In der Zeit war Jesus mein Fixpunkt. Meine Kraftquelle. Und letztendlich auch der Retter unserer Ehe, weil wir beide bereit waren, seiner Liebe Raum zu geben und so selbst verändert zu werden.

 

Er gibt mir Orientierung

Unsere Welt fühlt sich gerade stürmischer an. Krieg rückt durch die Besetzung der Ukraine und des eskalierenden Konflikts in Nahost näher an uns heran, die USA stellen sicher geglaubte Bündnisse mit Territorialforderungen und Strafzöllen in Frage. In einer Welt voller Meinungen, Ideologien und Unsicherheiten stellt sich mir oft die Frage: Was ist richtig? Wie soll ich leben? Welche Werte sollen mein Leben bestimmen? Jesus gibt mir klare Orientierung – nicht nur für mein privates Leben, sondern auch für meine Haltung bezüglich gesellschaftlicher und politischer Fragen. Er zeigt mir, dass Liebe und Gerechtigkeit keine leeren Worte sind, sondern Prinzipien, die mein Handeln bestimmen sollen. Jesus war nicht unpolitisch. Er hat Stellung bezogen für die Schwachen, gegen Ungerechtigkeit, gegen Heuchelei. Sein Leben fordert mich heraus, nicht nur für mich selbst zu leben, sondern für andere einzustehen und meine Stimme zu erheben, auch wenn es mich etwas kosten wird. Ein Leben in seiner Nachfolge ist nicht auf das eigene Wohl und den eigenen Vorteil fokussiert, sondern ist ein Leben in Hingabe an diese Welt.

„Ein Leben in der Nachfolge Jesu ist nicht auf das eigene Wohl und den eigenen Vorteil fokussiert, sondern ist ein Leben in Hingabe an diese Welt.“

Er sendet mich aus

Jesus hat mich nicht nur gerettet, um mich in Sicherheit zu wiegen. Er sendet mich aus, um seine Liebe weiterzugeben. Er ruft mich dazu auf, in meinem Umfeld ein Licht zu sein. In meiner Familie, bei meinen Freunden, in der Nachbarschaft. Ein Leben mit Jesus ist immer ein Leben in Gemeinschaft. Das ist nicht immer einfach. Das ist nicht immer bequem. Aber es gibt meinem Leben eine Tiefe und Abenteuerlichkeit, die ich nirgendwo sonst in dieser Intensität finde.

Ich folge Jesus nicht, weil ich Angst vor Strafe habe oder weil ich nur das Ticket für den Himmel lösen will. Ich folge ihm, weil ich ihm vertraue – und weil ich nicht mehr ohne ihn sein möchte. Jesus hat mein Leben mehrmals gerettet und verändert. Er gibt mir Halt, Richtung, Würde und eine Aufgabe. Er liebt mich, egal wie ich bin. Und deshalb will ich ihm nachfolgen und mich von ihm formen und verändern lassen – mit meinem ganzen Herzen.