Ich habe nur dazugewonnen

Portrait

Sie sucht und findet nichts. Sie liest und versteht kaum etwas. Sie ist unterwegs und kommt endlich an. Die Geschichte der Andrea Ballschuh macht Mut für den Alltag, zeigt sie doch, dass da immer noch Hoffnung ist. Hoffnung für Menschen, Hoffnung für morgen. Und sie zeigt: Gott macht, und sein Geist weht, wo er will.

Sie ist ein bekanntes Gesicht im deutschen Fernsehen. Was vermutlich nicht alle wissen: Sie steht bereits vor der Kamera, seit sie elf Jahre alt ist. Geboren wird Andrea Ballschuh 1972 in Dresden, wächst nach der Scheidung ihrer Eltern (da war sie gerade mal drei Jahre alt) mit ihrer Schwester bei der Mutter auf. Über die Laienspielgruppe einer Schul-AG wird sie zur Ansagerin beim DDR-Kinderfernsehen. Andrea ist dreizehn, als sie ihre erste Sendung moderiert. Und sie bleibt dran. Als Jugendliche arbeitet sie beim Radio, geht nach dem Mauerfall ein Jahr als Au-Pair nach Amerika, lebt dort bei einer deutschen Schauspielerin in Los Angeles und kann ihre ersten Auslandserfahrungen sammeln. Nach Ballschuhs Rückkehr nach Deutschland arbeitet sie erneut beim Radio und beginnt parallel beim Fernsehen – zunächst bei DW-TV, dann bei SAT 1 und schließlich beim ZDF. Nebenher schauspielert sie gelegentlich und hat drei Bücher veröffentlicht.
 

 

Auf den Hund gekommen

Alles in allem hört sich das erstmal nach einer vielversprechenden Karriere und einem tollen Leben an, dem es an nichts fehlt – früh den Traumberuf gefunden, darin bekannt und beliebt. Trotz allem spürt sie immer eine innere Sehnsucht, hat Fragen, die sich nicht so einfach beantworten lassen. In ihrer Familie spielt der Glaube nie eine Rolle, für Fragen und Probleme will und muss sie immer selbst eine Lösung finden. Bis die Geigenbauerin ihrer Tochter sie provokativ dazu auffordert, doch Gott einfach mal zu fragen, ob es ihn gibt. Die Antwort folgt zackig in Form ihres neuen Hundes: Übers Tierheim vermittelt, hat er bereits einen Namen, und der ist Shia. Was so viel heißt wie „Geschenk Gottes“.

„Erst im Gespräch mit anderen Christen findet sie heraus, dass sie jederzeit mit Gott reden kann.“

Gott ist immer online

Für Ballschuh die erste Antwort auf ihre Sehnsucht. Auf eine weitere Empfehlung hin schaut sie die Serie „The Chosen“; eigentlich, um ihrer Tochter etwas mitgeben zu können. Das ist der Moment, in dem ihr klar wird, dass Jesus nicht nur eine Erfindung der Kirche ist, sondern wirklich existiert. Die Neugier kommt, sie kauft sich eine Bibel, sucht Fachliteratur raus, liest viel, kommt aber nicht wirklich weiter. Erst im Gespräch mit anderen Christen findet sie heraus, dass sie jederzeit mit Gott reden kann. Sie stellt viele Fragen, bleibt dran am Beten, liest noch mehr und findet so ihren Weg zu Gott. 

 

Nicht von Furcht bestimmt

Als sie sich als Videocoach selbstständig machen will und viele finanzielle Rückschläge erleidet, spürt sie Existenzängste. Begleitet wird sie hier von einem Wort aus dem Timotheusbrief, das ihr immer wieder Ruhe schenkt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7) Seit ihrer Entscheidung für Gott kommt sie immer wieder mit anderen Menschen ins Gespräch, mit ihrer Familie, Freunden und Kollegen.

Um andere für den christlichen Glauben zu begeistern, brauche es vor allem Menschen, die von ihren Begegnungen mit Gott erzählen, sagt sie. Aus dem Leben vor ihrer Bekehrung vermisst die Moderatorin nichts: „Ich habe ja nur dazugewonnen.“