Hoffnung schenken
Potrait
Selbst kinderlos geblieben und von tiefer Liebe motiviert, setzt sie sich für die am Rand der Gesellschaft stehenden ein. Sie startet mit Eigenmitteln, verlässt ihren Job, baut auf und baut um, und führt heute eine Stiftung zum Wohl von Spandauer Kindern. Angelika Bier würde sich nie als Mutter Teresa von Berlin bezeichnen. Aber für viele ist sie genau das. Von Elena Eigenbrodt.
Nächstenliebe, die lebt
Kinder ohne Hoffnung sind oft Menschen ohne Zukunft. Eindrückliche Worte, die von Prof. Dr. Angelika Bier kommen, und vor allen Dingen: wahre Worte. Angelika Kuntz wird im Dezember 1952 in Gießen geboren und wächst dort auf. Später studiert sie in Gießen und Münster Medizin – und tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters Erwin, der als Internist tätig ist. Angelika promoviert 1981 und beginnt 1984 am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin zu arbeiten. Von dort wechselt sie an die Berliner Charité, wo sie als Oberärztin und Universitätsprofessorin in der Mund-Kiefer-GesichtsChirurgie arbeitet. Dort lernt sie Jürgen Bier kennen, zuerst als Kollegen, später wird er ihr Ehemann. Dieser verschenkt jeden Tag eine kleine Bibel an einen Patienten, was Angelika fasziniert. Gemeinsam leben sie ihren Glauben an Gott und wissen sich überreich beschenkt. Vor allem, weil sie einander haben. Das, was Gott ihnen anvertraut hat, möchten beide nicht nur für sich behalten. Sie möchten es weitergeben und überlegen, wie sie Nächstenliebe ganz praktisch leben können. Nach verschiedenen Ideen planen sie zunächst, ihre Fähigkeiten durch ganz praktische Arbeit in der Chirurgie für Obdachlose einzusetzen, nach vielen Gebeten aber ergibt sich etwas ganz anderes.
„Kinder ohne Hoffnung sind oft Menschen ohne Zukunft.“
Mit respektvoller Hingabe
Wenn die passionierte Ärztin sieht, wie sich die Kinder aus eigener Überzeugung für Gott entscheiden und aus ihnen Menschen mit Perspektiven und Hoffnung werden, dann ist ihr das Antrieb und Lebenselixier zugleich. Sie selbst hatte einen langen Weg zum Glauben, geprägt von vielen Rückschlägen und Umwegen; heute ist Gott ihr bester Freund und sie weiß, dass er sie nie allein lässt. Dieses Wissen teilt sie mit „ihren“ Kindern, einfühlsam und mit respektvoller Hingabe. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes 2007 investiert sie sich immer stärker in die Stiftung, die sie heute in Vollzeit leitet. Angelika Bier zeigt, wie praktisch gelebte Nächstenliebe viel verändern kann – und wie man durch bewusste Dankbarkeit für das Eigene ein großes Geschenk für andere wird.
Mehr über die Stiftung Jona’s Haus unter: stiftung-jona.de
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