Grösser als wir

Portrait

Man kennt ihn. Sein markantes Gesicht, die beeindruckende Stimme, seine Hits. Peter Maffay ist ganz sicher einer der größten deutschen Musiker, und er ist einer, der seine Stimme nicht nur zum Singen erhebt. Elena Eigenbrodt hat sich angeschaut, was ihn antreibt und meint: Maffay hat etwas, das größer ist als wir.

„Egal wie man dich nennt. Egal woran man dich erkennt. Egal wer du auch bist. Wichtig ist nur, dass es dich für mich gibt“. Das singt Peter Maffay in seinem Lied „Größer als wir“. Maffay wurde 1949 als Sohn eines Ungarndeutschen und einer siebenbürgisch-sächsischen Mutter in Siebenbürgen, Rumänien geboren. Dort lebte die Familie auch bis 1963, und dort begann nicht nur seine schulische Ausbildung, sondern auch die musische – mit sieben Jahren begann er mit Geigenunterricht.

Vom Schlagerstar zur Rocklegende

Als die Familie 1963 nach Deutschland umzog, wechselte Peter aufs Gymnasium. Mit 14 begann er verschiedene kleinere Jobs, von seinem ersten selbstverdienten Geld kaufte er sich eine Gitarre. 1964 trat er dann seiner ersten Band als Gitarrist bei, dann gründete er mit einer ehemaligen Schulkameradin ein Folk-Beat-Duo. Das Gymnasium schafft er nicht, seine Lehre bricht er für seine Musikkarriere ab. 1969 dann der Durchbruch – er wird von einem Produzenten entdeckt, seine erste Single „Du“ erscheint im Januar 1970 und landet nach seinem ersten Auftritt in der Hitparade in den Charts. Es wird der größte deutschsprachige Hit, schafft es auch in den umliegenden europäischen Ländern auf die Nummer 1. Ende der 1970er wechselt er dann vom Schlager zum Deutschrock. Er wollte nicht mehr nur von schönen Dingen singen, sondern auf die Missstände aufmerksam machen. Zuerst kam ein Tiefpunkt, und er wurde bei Auftritten mit Gegenständen beworfen. Er bleibt trotzdem dran. Heute ist er der erfolgreichste deutsche Musiker mit 20 Nummer 1-Alben und über 50 Millionen verkauften Tonträgern. 2024 spielte er das letzte Konzert seiner „Farewell-Tour“, und verabschiedete sich damit von musikalischen Großveranstaltungen.
 

„Aus seinem Glauben schöpft er Kraft, egal ob in Krisenzeiten oder wenn alles gut läuft; er ist ihm eine Orientierungshilfe und der rote Faden in seinem Leben. “

Großes Engagement für Kinder

Mit seinem Wechsel des Musikgenres wollte er etwas bewegen, in vielen seiner Lieder geht es um politische Ansichten, Probleme in der Gesellschaft. Er engagiert sich gegen Rassismus, Gewalt und Diktatur – und setzt sich für Frieden, die Umwelt und vor allem für Kinder ein. 2000 gründete er die Peter-Maffay-Stiftung, die traumatisierten und kranken Kindern Ferien im Grünen ermöglicht; Gemeinsam mit Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk bringt er Tabaluga zur Welt, einen kleinen grünen Drachen, der jede Menge Abenteuer erlebt, während denen er Freundschaft, Liebe und Frieden kennenlernt. Für sein soziales Engagement erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem das Bundesverdienstkreuz. Und das gleich zweimal.

Der rote Faden seines Lebens

Was ihn zu alldem bewegt? Sein Glaube. In vielen seiner Lieder singt er davon. Auf diversen Konzerten und in verschiedenen Interviews betont er, dass er viel Trost im Glauben findet. Aus diesem schöpft er seine Kraft, egal ob in Krisenzeiten oder wenn alles gut läuft; er ist ihm eine Orientierungshilfe und der rote Faden in seinem Leben. Insgesamt wünscht er sich mehr Respekt zwischen den verschiedenen Religionen und vor allem, dass mehr Kinder einen Zugang zum Glauben finden und dadurch Hoffnung bekommen. Maffay wünscht sich, dass Kinder diesen Gott kennenlernen, den er besingt: „Du bist größer als die Zeit, größer als alles hier, größer als wir“.