Die Quelle der Hoffnung
Portrait
Wenn Gott in das Leben von Menschen tritt, ist das der Anfang von etwas wunderbarem Neuen. Immer. Aber nicht immer sind die Veränderungen so deutlich sichtbar wie bei Kemi, dem Jesus-Rapper aus Äthiopien. Der fand nämlich nicht nur Frieden im Herzen, sondern auch Stabilität im Alltag. Gott sei Dank.
„Wenn wir nicht wissen, wo wir waren, ist es egal, wohin wir gehen, denn nur wenn wir unsere Vergangenheit verstehen, finden wir den Kompass für unsere Zukunft“. Dieses Zitat von Kemi beschreibt sehr gut, dass unser Leben immer von der Vergangenheit bestimmt wird. Für ihn hat eine Person sein Leben maßgeblich beeinflusst: seine Mutter. Aufgewachsen ist er in extremer Armut in einem Slum namens Gotara in Äthiopien, aufgezogen von einer alleinerziehenden Mutter. Das Leben war ein täglicher Kampf.
Völlig allein
Bereits als Jugendliche wird sie schwanger und bringt Kemi zur Welt. Zunächst ist der Vater des Jungen noch bei ihr, aber als Kemi zwei Jahre alt ist, geht sein Vater einfach weg. Vaterlos von einer Single-Mutter in extrem armen Verhältnissen aufzuwachsen, ist nicht gerade das, was man einen „guten Start“ ins Leben nennt. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Das beständige Gefühl, verlassen zu sein, wird durch ein Erlebnis auf die Spitze getrieben: Als Kemi mit 16 Jahren eines Tages von der Schule nach Hause kommt, findet er seine Mutter stumm und regungslos in ihrem Bett liegend. Trotz seiner Bemühungen, sich um sie zu kümmern, stirbt sie und lässt Kemi völlig allein zurück. Das nächste Trauma nimmt seinen Lauf.
Neue Freunde
„Ich saß oft völlig apathisch in der leeren Wohnung und fühlte mich, als hätte jemand einen Dolch in mein Herz getrieben. Ich fühlte mich nun vollends allein gelassen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie ich die Kraft aufbringen sollte, das Leben zu bewältigen und nun wirklich komplett allein für mich verantwortlich zu sein“, erinnert sich Kemi. Durch den Kontakt zu einer Kirche ändert sich alles. Dort findet er nicht nur Freunde, sondern auch Jesus, der zu seinem besten Freund werden sollte. „Das war meine Quelle der Hoffnung gerade in den dunkelsten Momenten des Lebens.“ In der Gemeinschaft der Christen findet er Ansprechpartner, die mit Rat, Gebet und viel Ermutigung positive Akzente in sein Leben bringen.
„Das war meine Quelle der Hoffnung gerade in den dunkelsten Momenten des Lebens.“
Starker Glaube
Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen, das noch lange nicht zu Ende ist. Kemi ist der erste Gospel-Rap-Künstler in Äthiopien. Seine Musik hat ihn zu Konzerten in Schweden, den Niederlanden, Italien und der Schweiz geführt. Inzwischen hat er mehrere Musik-CDs veröffentlicht. Die Musik bringt ihn ins Fernsehen und legt einen weiteren Grundstein: Kemi bekam die Anfrage, ob er Moderator der TV-Sendung „The Couples“ werden möchte. Die Sendung wird auf dem kompletten Kontinent ausgestrahlt und ist von Kapstadt bis Kairo zu sehen. Beiträge über Gott und die Welt, über einen starken Glauben, der hilft, auch große Hindernisse zu überwinden werden inzwischen von vielen Millionen Zuschauer gesehen. Für Kemi ist es ein Privileg, dass er die Auswirkungen dieses Programms oft erleben kann: „Wenn ich auf meine eigene Geschichte schaue, dann kann ich Gott nur danken, dass ich rappen darf, eine TV-Show habe und ein Radioprogramm moderieren darf. Es ist ein Geschenk.“
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