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Himmlischer Rollentausch

von Doris Schulte

Scheinbar sieht der Rasen auf der anderen Seite vom Zaun immer schöner aus. Neidvoll, aber auch hoffnungsvoll, sehnt man sich nach dem, was der andere hat, nach einer Veränderung, die das Leben erfüllt. Wir Menschen sind auf der Suche, und manche suchen diese Veränderung in einem „anderen Leben“. Das Fernsehen hat sich diese Sehnsucht zunutze gemacht und lässt Menschen für einige Tage in das Leben eines anderen schlüpfen. 

Rollentausch. Eine Mutter, die in der Stadt wohnt, tauscht mit einer Mutter, die auf einem Bauernhof lebt. Da treffen Welten aufeinander! Doch solch ein Rollentausch kann auch Verständnis für die Situation des jeweils anderen entstehen lassen, sodass das Miteinander harmonischer werden kann, und in machen Fällen auch wird. Ganz nach dem alten indianischen Gebet: „Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“

Aber woher kommt dieser Wunsch nach Veränderung? Weil wir uns insgeheim eine Verbesserung unseres Lebens wünschen. Denn wenn sich etwas ändern soll, dann doch zum Besseren. Wenn wir schon tauschen, dann wollen wir aber bitteschön ein „Upgrade“ – wir möchten im Flieger des Lebens von der Economy Class in die höhere Business Class wechseln, aber doch nicht umgekehrt! Außer vielleicht, wenn es das Leben angenehmer macht, wenn weniger mehr ist. Ansonsten passt ein „Downgrade“, ein Abstieg in die billigere Klasse, eher nicht in das Bild, das wir von erfolgreichen Menschen haben. 

„Wir scheinen nur noch Vergleichsformen zu kennen: schneller, schöner, größer und besser. Doch mit Weihnachten stellt Gott dieses Weltbild komplett auf den Kopf. “

Bei ihm gibt es kein „Upgrade“, bei ihm steht das „Downgrade“ im Mittelpunkt. Der Schöpfer des Universums kommt selbst auf die Erde hinunter. Gott lässt sich ein auf Raum und Zeit und begrenzt sich selbst. Das ist nicht eben ein kleines Opfer. In der Bibel wird es so beschrieben: „Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen“ (Philipper 2,6-7).

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Jesus tat das, weil er wusste, dass wir ein „Upgrade“ brauchen. Jesus sagte und zeigte, dass er gekommen war, um uns das Leben in ganzer Fülle zu schenken. Zum Ende seiner Zeit auf dieser Erde betete er für die Menschen und sagte zu seinem Vater: „Ich habe ihnen die gleiche Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie du und ich“ (Johannes 17,22). 

Genau das ist das Geschenk zu Weihnachten: Die Einladung zur Gemeinschaft mit Gott, zu ewigem Leben, zu Liebe, Freude, Hoffnung und Kraft. Dafür hat er nicht nur alles zurückgelassen, nicht nur eine Rolle getauscht, dafür hat er alles gegeben – sein Leben.