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Es hat immer gereicht

Ratgeber

Was geschieht, wenn der Mensch von den Naturgewalten abhängt? Wenn er ausgeliefert ist, hilflos scheint, offensichtlich unverschuldet in Not kommt? Bis an den Rand der Existenz? Christine Golter und ihre Familie haben das erlebt. Sie sagt dennoch aufrecht und zuversichtlich lächelnd: Gott ist gut!

Wir leben vom Verkauf unserer Weine – ein hartes Brot, das viel Einsatz abverlangt – und doch sind wir Gott sehr dankbar dafür, dass wir einen so schönen Beruf ausüben dürfen. Im Mai 2011 waren die Reben schon sehr weit und die Triebe mindesten 30 cm lang. Man konnte schon Trauben an ihnen erkennen. Das ist für Mai sehr ungewöhnlich und wir sorgten uns, dass ein Frost kommen und alles zerstören könnte. Ich erinnerte „meine Männer“ immer wieder daran, dass Gott für uns sorgt, dass wir ihm vertrauen sollen. Sein Plan sei perfekt. Reinhard und Samuel sind die Praktiker und waren leicht genervt von meinem „frommen Gerede“. Sie wussten, was Frost bedeuten kann. 

Mit Tränen in den Augen

Morgens machte sich unser Sohn Samuel, der damals als Weinbautechniker im Weingut tätig war, gegen acht Uhr an die Arbeit. Als er aus der Türe trat, wusste er sofort, dass die Nacht sehr kalt gewesen sein musste. Das Thermometer zeigte immer noch -3° C an. Ihm war klar, was das bedeuten könnte. Sofort startete er zu einer Tour durch unsere in einem Radius von 6 Kilometern gelegenen Anlagen und entdeckte rasch das ganze Elend: ganze Hänge waren braun. Erfroren, nicht mehr zu retten. Er traf auch andere gestandene Winzer, die mit Tränen in den Augen in ihren Weinbergen standen. Was jetzt? Verzweiflung, Ohnmacht, Existenzängste – das alles beherrschte die Weinwelt in den nächsten Wochen und Monaten.

Ihr habt doch sicher Reserven

Wir hatten in nur einer Nacht 60 Prozent der Ernte verloren – und sollten später in diesem Jahr durch Hagel weitere 10 Prozent einbüßen. Wo war der Gott, der Mangel ausfüllt, der uns versorgt, der sagt, wir sollen nicht sorgen? Der, von dem ich meinen Männern immer gesagt hatte, sie sollen ihm vertrauen? Wie sollten wir diesen Ausfall überbrücken? Wie unsere Kunden bedienen? Wie wirtschaftlich überleben? Natürlich hatten wir noch etwas Wein im Keller und auch manche unserer Kunden waren eingedeckt. Doch die nächsten neun Monate würden wir kaum etwas einnehmen können. Bittere Aussichten, ähnlich wie bei einem Arbeitnehmer, der zwar irgendwo einen Notgroschen hat, dann aber plötzlich neun Monate lang nicht für seine Arbeit bezahlt wird. Da fragt man doch auch nicht leichtfertig: du hast doch sicher Reserven? 

„Ich erinnerte ‚meine Männer‘ immer wieder daran, dass Gott für uns sorgt, dass wir ihm vertrauen sollen. Sein Plan sei perfekt.“

Uns begegnete viel Unverständnis bei Menschen, die mit Arbeit, die von der Natur abhängig ist, nichts zu tun haben. Trotz aller Schäden, die wir erlitten, sahen wir aber auch die Güte Gottes. Wir sind so dankbar, dass uns der Wein, der noch im Weinkeller war, unsere Kunden erhalten hat. Viele von ihnen hatten Verständnis dafür, wenn ein Wein ausging, und blieben uns treu. Ein wertvolles Gut! Gott sorgt – auch wenn wir seinen Plan oft nicht verstehen, den Weg auch nicht erkennen, den er mit uns geht, so können wir im Rückblick immer wieder sagen: es hat immer gereicht und wir sind wahrhaftig gesegnet.

Gott teilt uns zu, was wir brauchen

Und genau das ist es, was die Welt nicht zu bieten hat. Hoffnung auf den guten Plan Gottes für unser Leben, auch wenn alles „falsch“ läuft. Das mutige Vorangehen in von Gott geschenkter Kraft, auch wenn die Welt stillzustehen scheint. Ihm die Ehre für alles zu geben, was wir haben. Nicht wir haben dieses Weingut aufgebaut und sind die Macher, sondern er. Gott ermöglicht uns dieses Leben und teilt es uns zu. Alles kommt aus Ihm! Er gibt uns die Fähigkeiten, die notwendigen Gaben, die Freude am Tun. Nur mit diesem Wissen können wir Rückschläge in dieser Größenordnung durchleiden und durchstehen, weil wir wissen: letztendlich ist es Gottes Verantwortung und Gottes Wirken, wie unser Weingut dasteht. Und diese Hoffnung wollen wir in die Welt tragen. In die Familie, zu Kollegen, zu Kunden. Und immer wieder die Proklamation: „Gott ist gut!“

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