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Wenn die Beziehung zu Gott das Leben kostet

Report

Es rangiert auf Rang 38 des Weltverfolgungsindex von Open Doors und findet sich damit eher in der zweiten Hälfte der insgesamt 50 gelisteten Länder. Dass das bestenfalls ein statistischer Wert ist, zeigen nicht nur die jüngsten Tötungen von Christen in Surajaba, sondern auch die jahrzehntelange Verfolgung. Von Hannes von Ravenstein.

Es ist 07:30 Ortszeit, als in der katholischen Kirche Santa Maria die erste Explosion die ersten Menschen in den Tot reißt. Später berichten Zeugen, dass die Detonation kurz vor Beginn des Gottesdienstes stattfand. Kurz darauf ereignen sich weitere Explosionen in einer Kirche der Pfingstbewegung und in einem protestantischen Gotteshaus. Sie zerstören nicht nur Gebäude, sondern löschen auch Menschenleben aus, zerreißen Familien. Neun kommen ums Leben, mindestens 40 werden zum Teil schwer verletzt. Was befürchten lässt, dass die Zahl der Toten noch weiter steigt.

Christsein verboten

Die Hafenstadt Surabaya ist mit mehr als 2,6 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Inselstaates Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt. Mehrfach gab es dort schon Anschläge von Islamisten. Die Behörden vermuten, dass die Bombenserie das Werk einer Gruppe mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamistischer Staat (IS) ist. Der Staat hat seit mehr als anderthalb Jahrzehnten immer wieder mit islamistischer Gewalt zu tun. Und um das klar zu machen: Islamistisch beschreibt nicht die vielen Menschen, die dem Islam anhängen. Jedenfalls nicht in meinem Sprachgebrauch. Islamistisch sind die, die mit großer Ignoranz, Gewalt und abgrundtiefem Hass gegen den Westen und seine Werte daran arbeiten, alle zu ihrer Sicht der Dinge umzudrehen. Oder sie wenigstens auszulöschen. Als Furchteinflößendes Exempel, sozusagen. So starben bei einem Anschlag auf der Ferieninsel Bali 2002 zum Beispiel mehr als 200 Menschen. 

Christsein ersehnt

Was geht in Menschen vor, die andere töten, weil sie nicht den selben Glauben teilen? Was geht in denen vor, die unter Verfolgung leiden, weil sie nicht das Glauben, was andere von Ihnen fordern? 

„Sie können nicht denken, dass es eine Option ist, sich von Gott abzuwenden. Es wäre für sie so, als würden sie sich entschließen nicht mehr zu atmen.“

Weil sie eine tiefe, innere Überzeugung haben? Weil sie dem Gott der Bibel und seinem Sohn, Jesus Christus vertrauen? Viele von ihnen fürchten sich, haben Angst. Nicht immer um das eigene Leben aber doch immer um das ihrer Familien und Kinder. Und doch sind sie nicht bereit, sich abzuwenden. Um das zu verstehen hilft vielleicht die Geschichte von Kasim, der als Muslim nie in Berührung mit andersgläubigen kam: „Ich wuchs auf dem Bauernhof meines Vaters auf, Hundertzwanzig Kilometer von Jakarta entfernt. Mitten im Dort stand die Moschee, die ich von klein auf besuchte, das größte Gebäude im Ort. Eine Antwort, warum wir an Allah glaubten, fand ich dort nicht. Aber es wurde erwartet, das wir regelmäßig dort zum Gebet erschienen. Ich liebte meinen Vater, wollte so wie er ein erfolgreicher Bauer werden, arbeitete hart und gerne an seiner Seite, oft mit blutigen Händen und geschwollenen Füßen. Als ich dann in die Hauptstadt ziehen wollte um Geld für die Familie zu verdienen, war das ein harter Schlag für meinen Vater. Aber er ließ mich gehen. Da meine Verwandten dort lebten und auch mein bester Freund Muslim war, machte sich mein Vater nicht so große Sorgen. Ich fing an, als Taxifahrer zu arbeiten und lernte so viele Menschen anderer Kulturen und Denkweisen kennen. Einmal fuhr ich einen Chinesen, der mir nicht nur das übliche Trinkgeld gab, sondern auch ein kleines Heftchen. Erst abends fand ich heraus, dass es ein Johannesevangelium war, ein Teil der Bibel. Des Buches, das ich gelernt hatte zu hassen. Ich fing heimlich an, in dem Heft zu lesen, fast ein Jahr später beschloss ich, einmal zu einem Gottesdienst zu gehen. Und war überrascht, wie glücklich und frei die Menschen dort aussahen. Mein Vater hatte mir nach Sure 3,85 beigebracht, dass jeder Mensch als Muslim geboren wird und nur die Untreuen sich einer anderen Religion zuwenden. Aber diese „Untreuen“ beeindruckten mich durch ihre Freundlichkeit, durch ihre echte Anteilnahme an meinem Leben, ihr Interesse, ihren Glauben. Sie suchten mit mir nach Antworten auf meine Fragen. Und wir fanden sie. In der Bibel. Ich entschied mich, diesem Glauben eine Chance zu geben. Anfangs lief alles prima, dann wurde es katastrophal unruhig. Aber das war nur äußerlich. Denn in mir war längts klar: Ich kann mich nicht mehr von Jesus abwenden weil ich weiß, dass er der Sohn Gottes ist. Ich bekam Probleme mit meiner Familie und mit meinen Freunden. Doch Gott ließ mich nicht im Stich. Er offenbarte sich über Monate hinweg den Menschen um mich herum, sprach in Träumen zu ihnen und wirkte in ihnen die Gewissheit, dass er real ist. Ja, nicht nur real, sondern einzigartig. Dass sie in keinem anderen das Heil finden würden als allein in ihm. Nur meine Eltern verschlossen sich, zogen sich zurück und verstießen mich aus ihrem Leben.“

Christsein alternativlos

Ich höre und lese immer wieder Berichte wie den von Kasim. Von Menschen, die eine so tiefe Beziehung zu Jesus gefunden haben und in ihr einen so tiefen Frieden, dass sie auch bereit sind, für ihn zu leiden. Weil sie – wie Kasim – gar nicht anders können. Sie können nicht denken, dass es eine Option ist, sich von Gott abzuwenden. Es wäre für sie so, als würden sie sich entschließen nicht mehr zu atmen.

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