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Vom Lösen und Binden, um Freiheit zu finden

Alltagstauglich

Frei, wie ein Vogel im Wind, das wollen wir gern sein. Unabhängig, unbegrenzt. Jedenfalls viele von uns. Wilfried Schulte hat sich diesen Wunsch etwas genauer angeschaut und kommt zu einem Ergebnis, das nur auf den ersten Blick widersprüchlich aussieht.

Der amerikanische Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King jr. hat folgendes gesagt: „Ich glaube immer noch, dass es das Größte auf der Welt ist, sich für die Wahrheit Gottes einzusetzen. Dies ist das Ziel des Lebens. Das Ziel des Lebens ist nicht, glücklich zu sein. Das Ziel des Lebens besteht nicht darin, Vergnügen zu erlangen und Schmerzen zu vermeiden. Das Ziel des Lebens ist, den Willen Gottes zu tun, was auch immer kommen mag.“ Diese Überzeugung hat Martin Luther King mit dem Leben bezahlt. 

Christen sind da, um den Willen Gottes zu tun

Den Willen Gottes zu suchen und auch zu tun, bringt mich persönlich immer wieder an Grenzen. Grenzen des Verstehens, des Gehorsams und vor allem des Vertrauens. Dabei gehe ich davon aus, dass Gott mein Leben kennt und das Beste für mich im Sinn hat. So gesehen ist sein Wille für mein Leben also ganz sicher gut. Doch das bedeutet nicht, dass in meinem Leben alles gut verläuft und mir die Konsequenzen, in einer von Gott losgelösten Welt zu leben, erspart blieben. Bei weitem nicht! Aber als Jesus damals für seine zukünftigen Nachfolger betete, betete er auch für die Christen von heute. Er sagte zu seinem himmlischen Vater: „Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ Christen sind auf dieser Welt, um den Willen Gottes zu tun. Das geschieht – nach der Erkenntnis seines Willens – in Abhängigkeit von Gott und in großer Eigenverantwortung.

Für mich beginnt die Suche nach und die Erkenntnis des Willens Gottes mit der richtigen Einstellung. Bin ich am Ende überhaupt bereit, das Erkannte in meinem Leben umzusetzen? Oder frage ich nur insoweit danach, was Gott will, damit ich ein gutes und gesegnetes Leben habe? Das wäre dann mehr oder weniger ein „Deal“ mit Gott. Eine solche Einstellung wäre eher unaufrichtig. Ich stehe in der Verantwortung, Gottes souveränen Willen, seinen Ratschluss, zu erkennen. Er sagt in Jesaja 46,9–10: „Was ich plane, steht fest. Alles, was mir gefällt, führe ich auch aus.“ Diese Aussage schließt mein Leben mit ein und als Gottes geliebtes Kind darf ich in diesem Wissen geborgen sein. 

„Dabei merke ich, dass Gott nicht so sehr auf das schaut, was wir tun wollen, sondern vor allem darauf, wer wir sind und warum wir etwas wollen.“

Gott ist da, um Christen ans Ziel zu bringen

In der Weisheitsliteratur der Bibel steht: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt“ (Sprüche 16,9). Dies bedeutet nicht, dass – was immer der Mensch denkt – nicht zählen würde oder wichtig wäre, weil es ja Gott ist, der alles lenkt. Es heißt vielmehr, dass Gott unser Denken kennt und es auch inspiriert und dass er uns auf dem Weg begleitet und dabei unsere Schritte lenkt. Damit wir sicher zum Ziel kommen, auch, wenn der von uns erdachte Weg mal nicht wirklich gut ist oder seinem Plan entspricht.

Dabei merke ich, dass Gott nicht so sehr auf das schaut, was wir tun wollen, sondern vor allem darauf, wer wir sind und warum wir etwas wollen. Wenn ich immer mehr begreife, wer ich durch den Glauben an Jesus Christus bin, und lerne, mein Wollen nach Gottes Wort und Werten auszurichten, dann erlebe ich Gottes Führung. Mein Wollen orientiert sich voller Vertrauen an Gott und an dem, was ihn ehrt, sein Reich baut und den Menschen dient. Ich fange an, nach Gottes Willen zu leben, und werde frei. Aber grenzenlose Freiheit ist nicht da, wo ich mich von etwas löse. Das ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist der zweite, durch den ich mich an das binde, was mein Leben hält und mit Liebe, Frieden und Freude erfüllt. Deshalb ist den Willen Gottes zu erkennen und zu leben, immer eine Frage der Vertrautheit, des Gehorsams und des Tuns. „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung“ (Jeremia 29,11).

Jemand hat es einmal sehr schön auf den Punkt gebracht: „Wenn du deinen Willen Gottes Willen unterordnest, dann bekommst du ja deinen Willen.“ In diesem Sinne will ich auf dem Weg sein. Wie stehts mit Ihnen?

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