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Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben

Bibel erklärt

Diese Aussage Jesu ist schon so manchem derb auf den Magen geschlagen oder hat für wütende Reaktionen gesorgt. Warum eigentlich? Wir baten Eva Dittmann, Licht ins Dunkel zu bringen.

„Jesus Christus ist der einzige Weg zu Gott!“ Wer heute einen solchen Ausschließlichkeitsanspruch erhebt, gilt als anmaßend und intolerant und wird teilweise sogar als menschenverachtend und friedensgefährdend dargestellt. Unter dem Deckmantel der Toleranz treffen solche absoluten Wahrheitsansprüche in unserer pluralistisch geprägten Gesellschaft auf heftigen Widerstand. Schließlich gäbe es eben nicht nur den einen Zugang zu Gott, und keine Religion dürfe behaupten, die ganze Wahrheit der spirituellen Realität erkannt zu haben. Jeder Mensch habe das Recht und die Freiheit, das zu glauben, was er für richtig hält – zumindest solange er diese religiösen Überzeugungen für sich behält. Letztendlich wird Religion dabei immer weiter aus dem öffentlichen Leben herausgedrängt. 

Wenn wir nun vor diesem Hintergrund Johannes 14,6 lesen, müssen wir vielleicht etwas stutzen. In diesem Vers behauptet Jesus von sich selbst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Es besteht kein Zweifel daran, dass Jesus hier einen Anspruch auf Ausschließlichkeit erhebt. Doch damit möchte er keineswegs jemanden ausschließen. Vielmehr sollten wir das für uns so beunruhigende Wort „außer“ aus einer positiveren Perspektive betrachten. „Außer“ ist wie ein Fenster, das Licht in einen geschlossenen Raum hineinlässt. Anstatt uns den Weg zu Gott zu versperren, ermöglicht es uns den Zugang zu Gott; einen Zugang, der uns allen vorher vollkommen verwehrt war. Das ist Gottes Geschenk an die Welt! Jesus selbst ist Gottes Geschenk an die Welt! Und diese gute Nachricht ist dabei weder einschränkend noch ausschließend – auch wenn sie ausschließlich ist.

„Jesus selbst ist Gottes Geschenk an die Welt! Und diese gute Nachricht ist dabei weder einschränkend noch ausschließend – auch wenn sie ausschließlich ist.“

Die christliche Botschaft ist also gleichzeitig inklusiv und exklusiv: inklusiv, weil Jesus möchte, dass alle Menschen gerettet werden; exklusiv, weil nur Jesus diese Rettung vermitteln kann. 

Im ersten Teil dieses Ich-Bin-Wortes wird das etwas konkreter. Hier bietet Jesus seinen verwirrten Jüngern einen ganzheitlichen und realitätsumfassenden Einblick in seine Person und seinen Auftrag. Als Weg ist Jesus die Art und Weise, durch die wir Menschen eine persönliche Beziehung zu Gott erlangen können. Durch Jesu Tod und seine Auferstehung werden wir dazu befähigt, Christusnachahmer, Friedensbringer und Gottes-Reich-Verbreiter zu werden. Als Wahrheit ist Jesus die ultimative Selbstoffenbarung Gottes und der absolute Maßstab, durch den wir die Realität deuten und Entscheidungen treffen sollen. Als Leben ist Jesus die Quelle des wahren und heilbringenden Lebens. In ihm und durch ihn haben wir nicht nur Leben in Fülle, sondern werden schon im Hier und Jetzt Teilhaber des alles verändernden Auferstehungslebens. 

Der Ausschließlichkeitsanspruch Jesu ist also keineswegs eine rein abstrakte Lehre. Nein! Menschen, die an Jesus als Weg, Wahrheit und Leben glauben, werden ihr Umfeld positiv verändern. Sie werden zu Gesellschaftsgestaltern, Gerechtigkeitsstiftern, Wertevermittlern und Herzensbewegern. Je exklusiver sie ihre Jesusnachfolge leben, desto inklusiver und einladender wird ihr Leben. Durch diesen inklusiven Lebensstil wird die Exklusivität der christlichen Botschaft nicht mehr als bedrohlich empfunden, denn ihr Leben spiegelt die wahre Schönheit und radikale Liebesbotschaft dieses Anspruches wider.

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