Die Dankbaren sind glücklich

Alltagstauglich

Mediziner und Therapeuten wissen es seit Hunderten von Jahren: wer nicht auf eine möglichst aufrechte Körperhaltung achtet, droht schnell zu verkrümmen. Dass die Bedeutung der inneren Haltung fast noch wesentlicher ist, beachten die meisten kaum. Dabei kann selbst in einem verkümmerten Leib ein gesunder Geist wohnen. Wilfried Schulte erklärt, worauf es ankommt.

Wir leben in einem Land, in dem für die meisten Menschen die Grundbedürfnisse des Lebens abgedeckt sind. Entsprechend der maslowschen Bedürfnispyramide ist sowohl unser physiologisches als auch unser Sicherheits- und soziales Bedürfnis zu einem hohen Grad gestillt. Auch unseren Individualbedürfnissen wird Rechenschaft getragen und wir haben einen ordentlichen Freiraum zur Selbstverwirklichung. All das garantiert jedoch weder Zufriedenheit noch Glücksgefühle. Und zwar deshalb, weil wir uns ständig mit anderen vergleichen. Es gibt immer Menschen, die weniger haben als wir und denen es nicht so gut geht wie uns selbst. Mit denen vergleichen wir uns in der Regel nicht. Andererseits gibt es Menschen, die mehr haben als wir und denen es besser geht als uns. Die sind im Fokus unserer Betrachtung. Wir erleben eigene Zufriedenheit und Unzufriedenheit immer auch aus dem Schauen auf andere heraus. Es kommt also auf unsere ganz persönliche Einstellung an, wenn wir glücklich sein wollen. Auf eine Grundhaltung der Dankbarkeit. Von Francis Bacon stammt folgender Satz: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ 

Geschaffen zum Glücklichsein

Da Glück und Freunde wesentliche Bestandteile des Lebens sind, zu dem Gott die Menschen erschaffen hat, sagt sein Wort natürlich einiges zu diesem Thema und zeigt, wie dieses Glück erlangt werden kann: „Wie glücklich ist ein Mensch, der sich nicht verführen lässt von denen, die Gottes Gebote missachten, der nicht dem Beispiel gewissenloser Sünder folgt und nicht zusammensitzt mit Leuten, denen nichts heilig ist. Wie glücklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des Herrn, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und darüber nachdenkt. Er gleicht einem Baum, der am Wasser steht; Jahr für Jahr trägt er Frucht, sein Laub bleibt grün und frisch. Ein solcher Mensch hat Erfolg bei allem, was er unternimmt“ Psalm 1,1-3. 

Gottes Wort zeigt sehr deutlich, dass das Geheimnis von Glück und Zufriedenheit in der Zugehörigkeit zu finden ist. Dabei handelt es sich nicht um formale Zugehörigkeiten, sondern um gelebte Beziehungen. Und dabei ist entscheidend, mit wem ich in Beziehung stehe. 

Schritt für Schritt zum Ziel

Der erste Schritt zum Glück ist deshalb die Abwendung von Beziehungen, die das Leben zerstören. Oft sieht man ihnen ihren zerstörenden Charakter nicht an. Wenn wir sie aber daran messen, wie ihre Einstellung zu den Werten des Wortes Gottes ist, wird ihr Wesen rasch offenbar. Egal, wie interessant, amüsant und gesellschaftlich relevant diese Beziehungen sein mögen, sie führen nicht zum Glück.

„Es gibt immer Menschen, die weniger haben als wir und denen es nicht so gut geht wie uns selbst. Mit denen vergleichen wir uns in der Regel nicht.“

Der zweite Schritt ist die bewusste Hinwendung zu dem, der das Leben erfunden hat und erfülltes Leben schenken kann. Dass gerade in der Bindung an Gott die Freiheit für den Menschen liegt, entspricht nicht unbedingt unseren Erwartungen. Doch wer so lebt, der wird ähnliche Erfahrungen machen wie Paulus, eine der großen Persönlichkeiten der ersten christlichen Gemeinde. Er sprach und schrieb davon, dass er sowohl in Wohlstand als auch in Armut zufrieden leben kann. Und das sind keine leeren Worte oder theoretische Betrachtungen. Paulus wusste sehr wohl, wovon er spricht. Er hat eine Fülle von Erfahrungen gemacht, die ihm niemand nehmen konnte, und sie alle führten ihn in die Dankbarkeit gegenüber Gott. Er wusste, dass die Gnade Gottes über seinem Leben alles war, was er zum Glück benötigte.
 
Der dritte Schritt ist dann im eigentlichen Sinn gar kein Schritt mehr, den man selbst zu tun hat, denn er folgt als logische Konsequenz auf die beiden ersten: Gott verspricht den Menschen, die mit ihm in enger Beziehung stehen, ein versorgtes Leben. Sie sind vergleichbar mit einem Baum, der seine Wurzeln tief an der Quelle ins Erdreich gräbt. Ihr Glück ist dann nicht von den Umständen bestimmt. Es ist nicht gebunden an etwas, das der Endlichkeit des Lebens unterworfen ist. Es kommt aus dem Wissen, angenommen und geliebt zu sein. Es wächst, wo jemand aus tiefer Geborgenheit heraus sich selbst und auch sein Leben annehmen kann. 

Dieses Glück gibt mir Hoffnung in den Situationen, in denen ich keine Perspektive sehe. Es ermutigt mich, positiv zu leben und Veränderungen mit Gelassenheit entgegenzugehen. Und es hält mich stetig in einer aufrechten Haltung der Dankbarkeit. Egal, wie die Umstände sind.

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