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Ich will heiter und gelassen sein im Glauben

Erlebnisbericht

Wie es einem geht, der sich selbst in der Gegenwart Gottes begegnet, erzählt Matthias Müller. Und auch, was daraus werden kann.

Als mir diese Empfehlung in einer zum Zerreißen schmerzhaften Lebenskrise gegeben wird, ist sie wie ein Leuchtfeuer, das aufstrahlt und seitdem nicht mehr ausgegangen ist: Dieser Satz fasst für mich zusammen, warum und auch wie ich noch bei Jesus bin und bleiben kann. Diese „heitere Gelassenheit im Glauben“ bietet mir das Gegenteil von religiösem Leistungsdenken, Gott doch „ein wenig besser zu gefallen“, mit dem, wie ich lebe und was ich mit meinem Leben erreiche. Ich breche in jener Nacht vor dieser Wahrheit zusammen, weil ich vor Gott und dem religiösen Leben, das ich zu führen versucht hatte, kapituliere, und werde mit Kreislaufversagen in die Klinik gebracht. 

Ich war kurz vorher zurückgekommen von einem Dienst in Afrika, von dem meine Frau und ich überzeugt waren, er sei uns von Gott zugedacht gewesen. Ich konnte gar nicht größer scheitern, als eine ganze Lebensplanung abzubrechen! Ich hatte viele Christen furchtbar scheitern sehen und doch immer noch gedacht, ich müsste Gott nachrennen und ihm beweisen, dass ich noch da bin, um ihm zu helfen, sein Reich zu bauen. Doch Gott lächelt, nicht etwa arrogant oder herablassend, sondern liebevoll über meine Versuche, mein Scheitern zu verhindern, und sagt gelassen und heiter: „Es ist ok, Matthias, wir machen woanders nochmal ganz neu weiter, mit deiner bisherigen Erfahrung, die dir übrigens einmal helfen wird.“ Gott machte endlich Schluss mit meiner tiefen und mächtigen Angst, nicht gut genug zu sein.

Diese Erkenntnis, mehr als alle anderen, lässt mich heute, 2017, immer noch gerne Christ sein – und bleiben. Ich will bei jedem Patienten, den ich vom Wartezimmer zum Termin hereinrufe, die gelassene Heiterkeit ausstrahlen, die mir nur der Glauben schenken kann. Auch wenn ich eigentlich Angst vor dem Versagen haben müsste. Und es geht. Kürzlich sagte eine Patientin zu mir: „Es ist immer wie ein Stück Himmel, wenn ich hier reinkomme. Meine Angst vor der möglichen Diagnose ist einfach weg.“ Da habe ich gemerkt, dass Gott mich verändert hat. Ich halte nicht mehr krampfhaft daran fest, dass ich eventuell auch scheitern könnte, bzw. daran, was dann passiert. Ich halte fest an dem heiteren und gelassenen Gott, der mich liebevoll und vertrauensvoll anschaut und begleitet. So finden auch andere Menschen Wege aus ihrer eigenen Angst. Darum bleibe ich gerne bei Jesus.

Magazin Frühling 2017

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