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Da hilft nur noch ein Wunder, oder?

Gott ist ein Wundertäter. Gewissermaßen ein Zauberkünstler. Immerhin ist er jemand, der gerne Wunder tut, ja auch so manchen Wunsch erfüllt. So war es auch bei dem römischen Hauptmann, der Jesus für seinen kranken Diener anflehte: „…sag nur ein Wort und mein Diener wird gesund!“ (Matthäus-evangelium 8,8) Aber auch durch viele andere Berichte in der Bibel wissen wir, dass der große, allmächtige und liebende Gott ein erstaunlicher Wundertäter ist. Zu gerne glauben wir der Tatsache, dass Gott sich immer wieder auf die Wünsche und Erwartungen seiner Schöpfung einlässt und dass Jesus unzähligen Menschen geholfen und sie geheilt hat, als er auf dieser Erde lebte. Er vollbrachte Wunder einfach so, oder weil Menschen ihn speziell darum gebeten haben. Es bleibt also kein Zweifel: Gott braucht nur die Worte „es werde…“ oder „es werde nicht…“ zu sprechen, und schon passiert ein Wunder. In Psalm 33,9 steht: „Denn er spricht und es geschieht; er gibt einen Befehl und schon ist es ausgeführt.“

Gerade das lieben wir Menschen so sehr an Gott und möchten selber nach Bedarf an seinem Zauber teilhaben. Darum sind manche Menschen fest davon überzeugt, dass, wenn sie den allmächtigen und barmherzigen Gott um etwas bitten – ja ihn ernsthaft, voller Vertrauen und leidenschaftlich anflehen –, dann wird er sich schon erbarmen und ihre Wünsche erfüllen, ganz nach dem Motto: „Es werde…!“ Aber wie viele Menschen sind enttäuscht worden? Wie viele Menschen haben auf die Allmacht, Barmherzigkeit und Großzügigkeit Gottes gehofft und vertraut, wie der römische Hauptmann in dieser Geschichte, aber sind leer ausgegangen? Wie viele Menschen haben ganz fest mit einer Gebetserhörung gerechnet, aber erlebt, dass das Ersehnte ausgeblieben ist? Ist Gott doch nicht barmherzig? Ist er doch nicht allmächtig? Gibt es ihn vielleicht gar nicht?

Nicht all unsere Gebete werden erhört. Nicht all unsere Träume werden wahr. Nicht all unsere Wünsche werden wie auf Knopfdruck erfüllt, auch nicht dann, wenn wir Gott beharrlich mit unseren Anliegen in den Ohren liegen. Vielleicht ist das der Grund, warum manche Menschen sich von Gott abwenden – einem Gott, der doch nicht entsprechend ihren Vorstellungen und Erwartungen „zaubert“. Er geht aber dann nicht auf unsere Bitten ein, wenn sie unserer Entwicklung, unserer Bewährung oder unserer Buße im Wege stehen. Gott wird uns nicht das geben, was wir wollen, wenn es uns letztendlich schadet. Dafür liebt er uns zu sehr. Und obwohl Gott nicht immer entsprechend unseren Erwartungen reagiert und eingreift, ist und bleibt er trotzdem ein Gott, der kleine und große Wunder tut. Aber er vollbringt sie dann, wenn er sie für richtig und gut hält und das auch zu seinem Zeitpunkt. Er behält alles im Blick und denkt ganzheitlich – an Leib und Seele. Es ist immer ein großes Wunder, wenn Gott spricht: „Es werde…!“, aber auch wenn er spricht „Es werde nicht!“

Sein Ziel für unser Leben ist es, bei ihm zu sein. Dann wird ER „alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klage und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei." Offenbarung 21,4